Näheres zur Entspannungsmethode: Autogenes Training

Die Methode wurde in den 1920er Jahren von J.H. Schultz entwickelt und ist eine abgewandelte Form der Hypnose (Selbsthypnose).
Es werden die geistigen, gefühlsmäßigen und die körperlichen Ebenen mit autosuggestiver Selbstbeeinflussung verbunden, indem man die Körperwahrnehmung auf Zustandsveränderungen in den Organfunktionen richtet.

Der Zugang zum Unterbewusstsein (unwillkürliches Nervensystem) wird erreicht, indem bestimmte Formeln als Befehle an das Unterbewusstsein gerichtet werden. Dadurch verändert man psychische und physische Reaktionen. 

Das Autogene Training leitet den Übenden dazu an, mit Hilfe der Formeln die Aufmerksamkeit auf das Erleben von Entspannungsempfindungen wie Schwere, Wärme, Ruhe, ruhigem gleichmäßigen Puls, angenehm warmen Strömen in der Magengegend und Kühle auf der Stirn zu konzentrieren.

Mit dem Autogenen Training wird die natürliche Entspannungsreaktion im Körper ausgelöst. Dadurch fühlt man sich ruhig und entspannt. Mit dem körperlichen Ruheempfinden tritt auch eine mentale Entspannung ein. Um Autogenes Training und seine Wirkungsweise zu verstehen, kommt man nicht umhin, sich mit Stress und Stressreaktionen auseinanderzusetzen. Und dabei alle Ebenen ins Auge zu fassen, auf denen Stress wirksam ist:

  • die Verhaltensebene (behaviorale Ebene)
  • die emotionale Ebene (Ebene der Gefühle)
  •  die kognitive Ebene (Ebene der Gedanken)
  • die körperliche Ebene

Zum besseren Verständnis hier ein kleines Beispiel für ein mögliches Zusammenwirken der unterschiedlichen Ebenen (es ist zu beachten, dass die Zusammenhänge von Person zu Person unterschiedlich sein können): Eine Person, die Prüfungsangst hat: 

  • körperliche Ebene: schneller Herzschlag, schwitzige Hände, angespannte Muskulatur
  • emotionale Ebene: Angst, z.B. zu versagen, sich zu blamieren,..
  • kognitive Ebene: Glaubenssätze wie: „ich bin dumm“, „ich bin nicht gut genug“, ich kann gar nichts“,…
  • Verhaltensebene: stottern, unkoordiniertes Arbeitsverhalten, unzusammenhängende Dinge sagen,…

Um diese Stressreaktionen zu ändern, kann man auf jeder Ebene ansetzen, da sich diese gegenseitig beeinflussen. Autogenes Training setzt hier auf der körperlichen Ebene an.